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Tausende Kohlekumpel in China protestieren

Wegen ausstehender Löhne
Die Bergarbeiter wehren sich. (Symbolbild) (ex-press.ch) / Waldemar Da Rin
Peking - Im Norden Chinas sind tausende Bergarbeiter auf die Strasse gegangen, um gegen das staatliche Kohleunternehmen Longmay zu protestieren. Dieses schuldet ihnen mehrere Monate Lohn.
Videoaufnahmen zeigen die Demonstranten am Montag in den Strassen der Stadt Shuangyashan in der Provinz Heilongjiang. «Meine Familie hat nichts mehr zu essen», ruft eine ältere Frau einem Mann zu, der offensichtlich ein Regierungsbeamter ist. «Wie sollen wir überleben?»

Dutzende Polizeiwagen säumen die Strassen, Demonstranten beschweren sich in den Videoaufnahmen über Gewalt seitens der Behörden. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Verkehr im Zentrum von Shuangyashan sei zum Erliegen gekommen. «Einige Menschen wurden verletzt.»

Die Kohlekumpel seien auf die Strasse gegangen, nachdem der Gouverneur der Provinz Heilongjiang, Lu Hao, bestritten habe, dass das Unternehmen Longmay den Arbeitern ihren Lohn schulde, sagte der Augenzeuge.

Von offizieller Seite hiess es dann aber, die Bezahlung der Beschäftigten habe sich verzögert. Grund seien «über Jahre angehäufte Probleme». Daher hätten «nicht wenige Arbeiter Schwierigkeiten».

Folge von Missmanagement

Diesen Angaben zufolge ist die desolate Finanzlage von Longmay Folge von Missmanagement. Die Firma beschäftige «dreimal so viele Arbeitskräfte wie im nationalen Durchschnitt für die Produktion von 10'000 Tonnen Kohle». Ergebnis seien «hohe Verluste». Die Firma bemühe sich «tatkräftig» um Reformen. Ende vergangenen Jahres waren 21 Bergleute von Longmay beim Brand in einer Mine getötet worden.

Chinas Kohleindustrie produziert viel zu viel. Ende Februar hatte die Regierung wegen der enormen Überkapazitäten die Streichung von insgesamt 1,8 Millionen Arbeitsplätzen in der Kohle- und Stahlindustrie angekündigt.

Weil das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik sich abgeschwächt hat, sinkt der Kohleverbrauch. Nach offiziellen Angaben ging er 2014 um 2,9 Prozent zurück und 2015 um 3,7 Prozent.

(bg/sda)
publiziert: Montag, 14. März 2016 / 10:15 Uhr , aktualisiert: Montag, 14. März 2016 / 10:13 Uhr

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