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Sika-GV im Zeichen des Übernahmekampfs

Streit nimmt kein Ende
Die Generalversammlung der Sika verspricht Spannung. (EQ Images)
Baar ZG - Fünf statt 53 Prozent: Die Erben von Sika-Gründer Kaspar Winkler können auch an dieser Generalversammlung nicht ihr gesamtes Stimmgewicht in die Waagschale werfen. Der Verwaltungsrat des Bauchemieherstellers beschränkt erneut deren Stimmkraft.
Paul Hälg, Verwaltungsratspräsident der Sika, legte in einer langen Rede erneut dar, weshalb sich die unabhängigen Verwaltungsräte und das Management gegen die Übernahme der Kontrollmehrheit an Sika durch Saint-Gobain wehren.

Es gebe bisher keine Garantien für die Stellen bei Sika. Hälg bestritt zudem, dass es bei einer Übernahme zu den von Saint-Gobain angepriesenen Synergien kommen würde. "Diese Transaktion ist nicht im Interesse der Sika", sagte Hälg. Sie bereichere lediglich die Burkard-Erben und gebe der Saint-Gobain die Kontrolle über Sika, die diese sicher zu ihrem Vorteil ausnutzen werde.

Erneute Beschränkungen

Der Verwaltungsrat habe deshalb heute nach erneuter eingehender Prüfung entschieden, die Stimmrechte der Namenaktien der Familienholding zu beschränken, sagte Hälg. Beschränkt werden die Stimmrechte der Familie bei der Wiederwahl der unabhängigen Verwaltungsräte sowie bei der von der Familienholding beantragten Neuwahl von Jacques Bischoff in den Verwaltungsrat. Auch bei der Wahl des Verwaltungsratspräsidenten und bei den Wahlen in den Nominierungs- und Vergütungsausschuss werden die Stimmrechte der Familie gekappt.

Dass der Verwaltungsrat erneut zu diesem Schritt greifen würde, war allgemein erwartet worden. Er hatte dies bereits an den beiden letzten Generalversammlungen getan. Und es ist der einzige Weg für den Verwaltungsrat, die für die Übernahme wichtigen Abstimmungen nicht zu verlieren.

Dank an unabhängige Verwaltungsräte

Sika-Konzernchef Jan Jenisch bedankte sich an der Generalversammlung bei den unabhängigen Verwaltungsräten, die sich gegen eine Übernahme der Kontrollmehrheit durch Saint-Gobain wehren. Die Verwaltungsräte ernteten stehenden Applaus vom Publikum.

Er werde vielfach gefragt, wie Sika solch gute Resultate erzielen könne, in der derzeit schwierigen Situation, sagte Jenisch in der Waldmannhalle in Baar ZG. Dies liege an den beiden Stützen des Unternehmens: Den Mitarbeitenden und den sechs unabhängigen Verwaltungsräten.

"Seit einem Jahr werdet ihr ja für eure Arbeit nicht mehr bezahlt", richtete sich Jenisch an die Verwaltungsräte. Es verstehe nicht, weshalb die Verwaltungsräte derart attackiert würden.

Dass die Verwaltungsräte derzeit gratis arbeiten, liegt daran, dass die Aktionäre deren Vergütung an der Generalversammlung im April vor einem Jahr abgelehnt hatten. An der folgenden ausserordentlichen Generalversammlung im Juli bestätigten sie dieses Verdikt.

Das Nein zu den Vergütungen war praktisch der einzige Erfolg, den die Erbenfamilie an den vergangenen Generalversammlungen erzielen konnte.
(bg/sda)
publiziert: Dienstag, 12. April 2016 / 08:14 Uhr , aktualisiert: Dienstag, 12. April 2016 / 14:33 Uhr

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