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Holcim-Präsident weibelt weiter für Fusion mit Lafarge

Erklärungen von Wolfgang Reitzle
Hinter der Fusion der Zementriesen steht der grösste Holcim-Aktionär, Thomas Schmidheiny. (EQ Images)
Bern - Rund einen Monat vor der Entscheidung der Holcim-Aktionäre über eine Fusion mit Lafarge liegt die Unterstützung zweier Grossaktionäre weiterhin in der Schwebe. Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle äussert sich zu den Bemühungen, diese von der Fusion zu überzeugen.
Der zweitgrösste Holcim-Aktionär Eurocement lasse es auch nach der Ernennung von Eric Olsen als designierter Konzernchef des Fusionsprodukts offen, ob er sich zur Fusion bekennen werde, sagte Reitzle in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Der drittgrösste Aktionär, der US-Fonds Harris, werde Olsen in Kürze kennen lernen. «Dann sind wir zuversichtlich, dass sie zum Schluss kommen, dass das eine sehr gute Wahl ist. Und dann hoffen wir, dass Harris für den Deal stimmt», sagte Reitzle. Hinter der Fusion der Zementriesen steht der grösste Holcim-Aktionär, Thomas Schmidheiny. Er hält rund 20 Prozent am Schweizer Zementkonzern.

Galtchev integrieren

Eurocement und dessen Chef Filaret Galtchev hat von Holcim-Präsident Reitzle einen Verwaltungsratssitz angeboten erhalten. Zum Vorwurf des früheren Holcim-Chef Max Amstutz, dabei handle es sich um einen «plumpen Bestechungsversuch», sagte Reitzle: «Das hat mit Bestechung nichts zu tun, sondern ist ein Versuch, ihn zu integrieren.»

Es sei normal, dass jemandem, der über 10 Prozent der Anteile besitze, ein Sitz angeboten werde. «Man muss sich ja nicht wundern, dass er sich gegen den Deal stellt, wenn er nie involviert wurde.»

Auf mögliche Interessenkonflikte angesprochen - Eurocement ist direkter Konkurrent von Holcim -, sagte Reitzle, bei bestimmten Entscheidungen könne Galchew nicht teilnehmen. Vor wenigen Tagen hatte Galtchev den Sitz aber ohnehin abgelehnt. Galtchev ist auch gegen die Fusion.

Nicht direkt äussern will sich Reitzle dazu, dass Galtchev die russischen Vermögenswerte von Holcim als Gegenleistung für eine Zustimmung zur Fusion angeboten werden könnten. Er könne nichts ausschliessen, sagte Reitzle. «Es kann ja sein, dass sogar etwas Interessantes dabei ist, wenn man die Firma besser kennen lernt.»

Neuer Name denkbar

Reitzle erwartet nach wie vor, dass es nicht zu erneuten Nachverhandlungen zum Fusionsvertrag kommen wird. Ende März hatten die Fusionspartner das Austauschverhältnis der Aktien zu Gunsten der Holcim-Aktionäre angepasst, da Holcim seit dem Abschluss der Fusionsverhandlungen besser geschäftete als die französische Lafarge.

Ausserdem lässt Reitzle, welcher als Präsident der fusionierten Gesellschaft vorgesehen ist, durchblicken, dass zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer Name für das Unternehmen gesucht wird. «Das ist der logische nächste Schritt.» Zunächst sei aber Lafarge Holcim der richtige Name, «weil sich beide darin wiederfinden».
(bert/sda)
publiziert: Sonntag, 12. April 2015 / 08:35 Uhr , aktualisiert: Sonntag, 12. April 2015 / 08:37 Uhr

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