Unternehmen suchen

Baumeister lassen Lohnverhandlungen platzen

Lohnrunde 2015
Die Baumeister sind nicht zufrieden. (ex-press.ch)
Urs Keller
Bern - Im Baugewerbe stehen die Zeichen wieder einmal auf Sturm: Die Baumeister werden vorerst nicht mit den Gewerkschaften über die Löhne für das kommende Jahr verhandeln.
Der Zentralvorstand habe sich einstimmig entschieden, auf Lohnverhandlungen mit der Unia und der Syna zu verzichten, sagte der Vizedirektor des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV), Martin Senn, am Donnerstag der Nachrichtenagentur sda.

Die Baumeister werfen der Unia vor, den so genannten paritätischen Vollzug zu missbrauchen. Die Unia-Sektion Schaffhausen-Zürich biete Bauunternehmen eine Risikoanalyse an, mit der Subunternehmen beurteilt werden könnten, sagte Senn.

Von Missbrauch die Rede

Dabei verwende sie Informationen aus den Paritätischen Kommissionen - also den aus Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzten Kommissionen, welche die Einhaltung von Gesamtarbeitsverträgen überwachen. Aus Sicht der Baumeister ist dies ein Missbrauch, weil die Informationen vertraulich seien, erklärte Senn.

Der SBV hat gemeinsam mit 15 anderen Organisationen des Baugewerbes die Unia per Brief aufgefordert, diese Fachstelle Risikoanalyse einzustellen.

Unia fordert Rückkehr an Verhandlungstisch

Die Gewerkschaft Unia forderte die Baumeister am Donnerstag erneut zum Verhandeln auf. Das Verhalten der Arbeitgeber sei unverständlich und respektlos gegenüber allen Bauarbeitern, sagte der Leiter des Sektors Bau der Unia, Nico Lutz, der sda. «Die Baumeister sind aufgrund des Landesmantelvertrags vertraglich verpflichtet, Lohnverhandlungen zu führen.»

Die Kritik der Baumeister an der von der Unia-Sektion angebotenen Risikoanalyse können die Gewerkschaften nicht nachvollziehen. Informationen über ein Unternehmen könnten nur mit dessen Einwilligung bei einer Paritätischen Kommission eingeholt werden, sagte der Unia-Vertreter. «Das ist nur ein Vorwand der Baumeister, um nicht verhandeln zu müssen.»

Die Unia und die Syna wollten gemeinsam mit den Baumeistern ein Branchenregister entwickeln, welches aufzeigt, ob sich Unternehmen an das Arbeitsrecht halten. Die Baumeister hätten sich aber aus der gemeinsamen Arbeitsgruppe mit den Gewerkschaften für das Branchenregister zurückgezogen, betonte Lutz - obwohl Generalunternehmer auf diese Dienstleistung angewiesen wären.

Lohnerhöhung von 150 Franken «mehr als vernünftig»

Die Unia wollte an den Verhandlungen mit den Baumeistern eine Lohnerhöhung von 150 Franken für alle Bauarbeiter erreichen. Die Gewerkschaft bezeichnete diese Lohnforderung angesichts der guten wirtschaftlichen Lage im Bausektor als «mehr als vernünftig».

In diesem Jahr stieg die Lohnsumme im Bausektor aufgrund einer Einigung der beiden Verhandlungsseiten um 0,8 Prozent. Die Baumeister und die Gewerkschaften stehen immer wieder im Konflikt: Die Einigung über den aktuellen Landesmantelvertrag kam nur nach einem langen Schlagabtausch im März 2012 zu Stande. Vorübergehend hatte im Baugewerbe ein vertragsloser Zustand bestanden.

(bg/sda)
publiziert: Donnerstag, 9. Oktober 2014 / 13:51 Uhr , aktualisiert: Donnerstag, 9. Oktober 2014 / 15:16 Uhr

Lesen Sie hier mehr zum Thema

Baugewerbe

Bauarbeiter verlangen Verhandlungen über neuen Landesmantelvertrag

Bern - Die rund 500 Teilnehmenden der Landsgemeinde Bau der Gewerkschaft Unia haben in Bern den Baumeisterverband aufgefordert, seine Blockade aufzugeben und Verhandlungen für einen neuen Landesmantelvertrag (LMV) aufzunehmen.
weiterlesen
Aktion in Luzern

Unia bittet Baumeister an Verhandlungstisch

Luzern - Die Baumeister sollen sich für die Lohnverhandlungen 2015 mit den Gewerkschaften an den Verhandlungstisch setzen. Dies hat die Gewerkschaft Unia am Mittwoch mit einer Aktion in Luzern gefordert, wo die Delegiertenversammlung des Baumeisterverbandes stattfindet.
weiterlesen
Höhere Löhne

Forderung nach mehr Lohn für Bauarbeiter

Zürich - Angesichts des Booms in der Baubranche fordern die Gewerkschaften Unia und Syna mehr Lohn für die Bauarbeiter. Im nächsten Jahr sollen alle Angestellten des Bauhauptgewerbes pro Monat 150 Franken mehr erhalten. Das sei eine Erhöhung der Reallöhne um 2,5 Prozent.
weiterlesen
Baugewerbe entwickelt sich gut

Unia fordert mehr Lohn für Bauarbeiter

Bern - Die Gewerkschaft Unia fordert für Bauarbeiter in diesem Jahr 150 Franken mehr Lohn pro Monat. Diese Lohnerhöhung sei gerechtfertigt angesichts der guten Entwicklung des Baugewerbes, heisst es in der Mitteilung.
weiterlesen
Überblick über die Entwicklung des Bauhauptgewerbes

Mobile App «BauFakten»

«BauFakten» verschafft durch einfache Visualisierung der Daten einen raschen Überblick über die Entwicklung des Bauhauptgewerbes und der ganzen Bauwirtschaft.
weiterlesen
Lohnverhandlungen erfolglos

Kein Lohnabschluss 2018 im Bauhauptgewerbe

Der Schweizerische Baumeisterverband und die Gewerkschaften Unia und Syna haben bei den Verhandlungen über den Lohn 2018 für das Baustellenpersonal keine gemeinsame Lösung gefunden. Trotz unsicheren Marktaussichten und ständig abnehmenden Margen legte der Baumeisterverband den Gewerkschaften ein faires Angebot vor: Eine individuelle Erhöhung der Effektivlöhne um 0,5 Prozent sowie eine Erhöhung sämtlicher Mindestlöhne um 0,3 Prozent.
weiterlesen
Collaboration - Alle zusammen oder jeder für sich?

SWISSBAU 2018

Vom 16. bis 20. Januar findet in Basel die Swissbau 2018 statt. Zum ersten Mal überhaupt steht sie unter einem übergeordneten Motto. So heisst es im Januar «Collaboration - alle zusammen oder jeder für sich?». Im Zentrum steht die Digitalisierung, mit all ihren Facetten und Herausforderungen für die Baubranche.
weiterlesen
Kostengünstige Wärmeversorgung mit Geothermie

Erdwärme - erneuerbare Energie mit Zukunft

Im Mai 2017 wurde der Energiestrategie 2050 die Zustimmung erteilt. Das bedeutet mehr Chancen für eine Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien. Ein breiterer Umstieg auf Erdwärme bringt eine bessere Technologie und folglich eine gründlichere und kostengünstigere Ausnutzung dieser Energie mit sich.
weiterlesen
Dämmplattenhersteller

Franzosen kaufen Schweizer Pavatex

Cham ZG - Der Schweizer Dämmplattenhersteller Pavatex wird vom französischen Unternehmen Soprema aufgekauft. Die Soprema-Gruppe erwarb 100 Prozent der Aktien der in Cham ZG domizilierten Traditionsfirma. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.
weiterlesen
Positive erste vier Monate

Hilti rechnet mit deutlichem Umsatzanstieg

Schaan FL - Aufgrund der positiven Umsatzentwicklung in den ersten vier Monaten 2016 erwartet der Liechtensteiner Hilti-Konzern für 2016 einen deutlichen Anstieg des Umsatzes. Harzig laufen allerdings weiterhin die Geschäfte in Lateinamerika.
weiterlesen
Sika-Streit

Sika-Aktionäre lehnten Vergütung für Verwaltungsrat ab

Baar ZG - Die Verwaltungsräte des Bauchemiekonzerns Sika haben im vergangenen Jahr gratis gearbeitet. Die Aktionäre lehnten an der Generalversammlung am Dienstag die Auszahlung der Löhne mit rund 66,46 Nein-Stimmen ab.
weiterlesen
Streit nimmt kein Ende

Sika-GV im Zeichen des Übernahmekampfs

Baar ZG - Fünf statt 53 Prozent: Die Erben von Sika-Gründer Kaspar Winkler können auch an dieser Generalversammlung nicht ihr gesamtes Stimmgewicht in die Waagschale werfen. Der Verwaltungsrat des Bauchemieherstellers beschränkt erneut deren Stimmkraft.
weiterlesen
Umsatz um 6,6 Prozent höher

Sika legt weiteres Rekordquartal hin

Baar ZG - Vor dem neuerlichen Showdown an der (heutigen) Generalversammlung glänzt der Bauchemie-Konzern Sika erneut mit einem Rekordquartal. Der Umsatz wuchs im ersten Quartal um 6,6 Prozent - wegen des Wachstums und weil sich die Währungssituation günstiger entwickelte.
weiterlesen
Elf prozentige Gewinnsteigerung

Elektroinstallationsgruppe Burkhalter verdient 2015 mehr

Zürich - Die Elektroinstallationsgruppe Burkhalter hat im vergangenen Jahr mehr verdient: Unter dem Strich blieben 35 Millionen Franken übrig, rund 11 Prozent mehr als im Vorjahr.
weiterlesen